Chinesische Kalligraphie





Bei Ausgrabungen gefundene Rinderknochen mit eingeritzten Schriftzeichen (Orakelknochenschrift).
Priester befragten vor ca. 4000 Jahren, während der Shang Dynastie, den Himmel bei zeremoniellen Anlässen. Dazu wurden kleine Löcher in Knochen gebohrt und man warf sie in’s Feuer. Dafür benutzte man Schildkrötenpanzer und Rinderknochen. Im Feuer entstanden Risse, die sie dann als Antwort des Himmels deuteten. Diese Risse wurden markiert und einer klaren Bedeutung zugeordnet (Ideographie) .

„Berg“
Tusche auf Reispapier
„Ungeschliffene Jade“
Ein Berg mit vier Bäumen und in dem Berg, Jade (links oben) ein Korb (links unten, eine Schaufel (rechts oben) und zwei Hände (rechts unten)
Tusche auf Reispapier


„Kessel, Kochgeschirr“
Von links nach rechts, Orakelknochen-, Bronze-, Siegelschrift. (Bildzitat: „Vom Ursprung der chinesischen Schrift“,
Wang Hongyuan, Sinolingua Beijing)

„Vögel“
Von links nach rechts, Orakelknochen-, Bronze-, Siegelschrift. (Bildzitat: „Vom Ursprung der chinesischen Schrift“,
Wang Hongyuan, Sinolingua Beijing)

„Stern“
„Bronzeschrift“
Tusche auf Reispapier




„Kranich“
Siegelschrift
(Shuang Shu)

„Gedanke“

Regelschrift
(Kai Shu)

Verschiedene Schriftstile

„Traum“
Halbkursive
(Xing Shu)
„Wolke“
Kursive Grasschrift
(Cao Shu)

„Frisch/Klar“ (links) Grasschrift (Cao Shu)

Die Grasschrift ist eine schnelle, aus dem Moment entstandene, lebhafte Schrift, die der Intuition des Schreibers folgt. Um sie zu beschreiben, zitiere ich aus „Magie der Zeichen“ den Artikel über den „verrückten“ Mönch Huai Su (737–799) , der als einer der genialen Kalligraphen der Grasschrift während der Tang Dynastie (618 – 907) gilt:

Zhu Kai (Zeitzeuge) schreibt:

„Er war vollkommen ungezügelt und liess seinen Emotionen freien Lauf. Nachdem er seinen Pinsel aufgesetzt hatte, konnte man nur noch zuckende Blitze erkennen; als die Zeichen vollendet waren, fürchtete man, gewundene Drachen könnten daraus aufsteigen.“

Oder:

Dou Ji (Zeitzeuge) schreibt:

„Die Art des verrückten Mönchs den Pinsel zu schwingen ist wild und ungestüm; er empfängt die Inspiration vom Himmel allein und übertritt alle kalligrafischen Regeln. Drache und Tiger geben sich geschlagen …

Quelle: „Magie der Zeichen“ Seite 99
3000 Jahre chinesische Schriftkunst /Herausgeber: K. Karlsson u. A. von Przychowski
Museum Riedberg Zürich
Scheidegger & Spieß

(Über Huai Su und seine Kalligraphien erfahrt Ihr einiges auf englischsprachigen Websites)




Mehr Liebe führt zum Glück
(intuitiv geschrieben nach Cheng Chin fa)



Frieden im Herzen

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